Wie viel ist ein Menschenleben wert? Mehr als Schokolade? (Un)bezahlbar? Kinderhandel und Kinderarbeit wurde in Österreich schon lange verboten. Auf Kakaoplantagen in Afrika arbeiten 200.000 Kinder als Sklaven. Viele werden von Mali, Burkina Faso oder Togo über die Grenze in die Elfenbeinküste gebracht, der weltweit größte Produzent von Kakaobohnen.
Nestlè, Cargill, ADM, BarryCallebaut, Mars – die weltweit größten Schokoladeproduzenten haben alle Niederlassungen in Abidjan und kaufen fast die gesamte Kakaoernte. Hier werden 42 Prozent aller Kakaobohnen weltweit umgeschlagen. Die Zwischenhändler zahlen an die Plantagenbesitzer für ein Kilo Kakaobohnen nur einen Euro, die verkaufen sie weiter an Exporteure, welche sie gewaschen, verpackt, auf Schiffen nach Übersee und Europa an die Großhändler für 2,50 Euro pro Kilo verkaufen. Danach kommen die Bohnen an die Börse, wo Schokoladefirmen Kakaobutter und –pulver erwerben. Aus diesem einen Kilo Kakao stellen die Schokoproduzenten rund 40 Tafeln Schokolade her. Nestlé beispielsweise hat einen jährlichen Umsatz von 70 Milliarden Euro. Ohne Worte….
„Menschenhandel gab es hier schon immer.“, sagt Idrissa Kante Busfahrergewerkschafter aus Mali, ein kleiner Staat in Ostafrika. Er versucht schon seit Jahren den Kinderhandel in die Elfenbeinküste zu bekämpfen und führt eine Liste mit den Namen der Kinder, die er retten konnte. Die Hälfte der Einwohner von Mali ist unter 15 Jahre, 70 Prozent davon können weder lesen noch schreiben. Die Jungen die verschleppt werden sind zwischen zwölf und 14, die Mädchen zwischen elf und zwölf Jahre alt. Damit sie mit den Kinderhändlern mitkommen, sagt man ihnen, sie würden auf den Plantagen Geld verdienen.
Umschlagplatz Busbahnhof!
„Wenn die Kinder verschleppt werden muss alles ganz schnell gehen, aus Angst vor der Polizei“, erzählt ein Handwerker. Einer bringt die Kinder zur Grenze, einer über die Grenze und einer empfängt sie dort. Die Plantagenbesitzer bezahlen den Händlern rund € 230,- und kommen für die Reisekosten auf, danach können sie sie unbegrenzt ausbeuten – die Kinder bekommen nichts. Obwohl die Top Manager der großen Schokoladeproduzenten wie von Nestlé 2001 die Harkin Engel Vereinbarung unterschrieben, dass Kinderarbeit auf Kakaoplantagen ab 2008 verboten ist und nicht mehr gibt.
Die größten Kakaoexporteure wollen von Kinderarbeit nichts wissen und bestreiten diese. Ali Lakiss, Chef und Besitzer von SAF Cacao, größter Kakaoproduzent der Elfenbeinküste: “Ich kann es der ganzen Welt versichern, nicht nur Amerika und Europa: Die Elfenbeinküste ist ein Land, in dem es keine Kindersklaven auf den Plantagen gibt. Es arbeiten keine Kinder auf den Plantagen. Das ist sicher.” Fakt ist jedoch, dass noch immer unzählige Kinder an Plantagenbesitzer verkauft werden und dort als Kindersklaven arbeiten, Miki Mistratis beweist das in seiner Reportage. Die Industrie schiebt die Schuld auf die Plantagenbesitzer, denn sie selbst besitzen die Kakaoplantagen schließlich nicht. Das Versprechen der Schokoladenfirmen, das sie mit der Unterzeichnung des Harkin Engel Abkommen, gegeben haben, ist offenbar nichts wert.
Die Reportage von Miki Mistratis, dänischer Filmemacher und investigativer Journalist, findet ihr hier: http://www.thedarksideofchocolate.org/
Artikel entnommen dem blog: Solidarität ist unsere Stärke

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