29-Sep-2012
Der Grossteil des Europaverkehrs wird unter einer neuen Billig-Marke
mit Sitz in Köln gebündelt.
Was seit längerem spekuliert bzw. erwartet wurde, ist seit gestern
Gewissheit: Der gesamte innerdeutsche und europäische Verkehr der
Lufthansa ausserhalb der Hubs Frankfurt und München wird per 1. Januar
2013 kommerziell und organisatorisch mit Germanwings in einer
Gesellschaft auf Basis der Germanwings GmbH in Köln zusammengeführt
und Teil des Lufthansa Airline Verbunds sein.
Ab 2013 soll die neue Gesellschaft die Flugzeuge von Germanwings und
die Flotte der so genannten «Direct Services» betreiben. Darüber
hinaus werden die Flugzeuge der Eurowings GmbH im Auftrag der neuen
Gesellschaft fliegen, sodass insgesamt rund 90 Flugzeuge diesen
Verkehr abdecken. Im ersten Jahr sollen laut Lufthansa-Mitteilung über
18 Mio. Passagiere befördert werden. Die Entscheidung über den
künftigen Markennamen wird erst in den kommenden Monaten fallen;
intern ist der neue Low-Cost-Carrier unter dem Projektnamen «Direct4U»
bekannt.
Ziel der Lufthansa sei es, «Effizienzpotenziale» auszunutzen und den
innerdeutschen bzw. innereuropäischen Verkehr wieder profitabel zu
machen. Der Entscheid ist aber auch Öl auf den Schwelbrand zwischen
der Flugbegleitergewerkschaft Ufo und der Lufthansa. Die Ufo
befürchtet, dass Einsparungen vor allem auf der Lohnseite, also auf
dem Rücken der Angestellten des neuen Low-Cost-Carriers, gemacht
werden. Ob die streikfreudige Ufo unter diesen Umständen tatsächlich
bis Ende Oktober (bis dahin darf nicht gestreikt werden) den
Schlichtungsvorschlag annehmen wird, bleibt abzuwarten.
Die Lufthansa teilte weiter mit, dass am Frankfurter Flughafen ein
neues Logistikzentrum errichtet wird. Mit dieser
Infrastruktur-Investition soll das über 30 Jahre alte Lufthansa Cargo
Center bis 2018 ersetzt werden.
Überdies hat der Nominierungsausschuss des Aufsichtsrats Wolfgang
Mayrhuber als Nachfolger des Vorstandsvorsitzenden Jürgen Weber,
welcher sich auf der Hauptversammlung 2013 altersbedingt nicht zur
Wiederwahl stellen darf, vorgeschlagen. Für den ebenfalls aus dem
Vorstand scheidenden Klaus G. Schlede wird der Vorsitzende des
Vorstands der Merck KGaA und ehemalige Finanzvorstand der Lufthansa,
Karl-Ludwig Kley, empfohlen.



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