Reisebüro-KV: Arbeitgeber verweigern nach wie vor Erhöhung der Ist-Gehälter

Die Kollektivvertragsverhandlungen für die Angestellten in Reisebüros haben auch in der zweiten Runde zu keinem Ergebnis geführt, die nächste Runde wurde für Ende Jänner terminisiert. “Die starre Haltung der Arbeitgeber bezüglich Erhöhung der Ist-Gehälter hat eine Einigung unmöglich gemacht”, berichten Ulrike Heuer und Dieter Beidl, BetriebsrätInnen aus dem Reisebürobereich und VerhandlerInnen der Gewerkschaft der Privatangestellten, Druck, Journalismus (GPA-djp). “Die Zeit bis zur nächsten Verhandlung gibt den Arbeitgebern ausreichend Gelegenheit, sich anzuschauen, was die akkumulierten Reallohnverluste für die Kaufkraft ihrer Angestellten bedeutet: 70 Prozent der Beschäftigten wären aufgrund von Überzahlungen von einer Erhöhung, die nur die Mindestgrundgehälter betrifft, ausgeschlossen. Deswegen fordern wir eine nachhaltige Erhöhung der Ist-Gehälter, von der alle Angestellten profitieren.”

Erhöhung der Ist-Gehälter

Den Angestellten der Reisebürobranche wird seit Jahren ein Reallohnverlust zugemutet, den sie nicht mehr hinnehmen wollen, so Heuer und Beidl weiter. In diesem Sinne ist auch die Argumentation der Arbeitgeber befremdlich, sie hätten eine Abgeltung der Inflation angeboten. “Bei uns häufen sich die Beschwerden von Beschäftigten, die sich nicht mehr ernst genommen fühlen”. Eine erste öffentliche Kundgebung erfolgte gestern am späten Nachmittag vor der Wirtschaftskammer in Wien, wo die zentrale Forderung nach einer Erhöhung der Ist-Gehälter von rd. 100 MitarbeiterInnen der Reisebürobranche und ihren BetriebsrätInnen unterstützt wurde.

Protestaktionen in Vorbereitung

Mehr als 1000 Betroffene haben sich binnen kürzester Zeit auch an einer betrieblichen Unterschriftenaktion beteiligt, die noch weitergeführt wird. Weitere betriebliche und überbetriebliche Protestaktionen werden bereits geplant, so Heuer und Beidl weiter.

“Die gesamte GPA-djp steht hinter den berechtigten Forderungen der Beschäftigten und ihrer BetriebsrätInnen in der Reisebürobranche. Wir werden die Beschäftigten nicht im Regen stehen lassen, es ist längst Zeit für einen nachhaltigen Ist-Gehaltsabschluss”, so der stv. Bundesgeschäftsführer der GPA-djp, Karl Proyer, abschließend.

Fotos der Protestaktion